alltag

Ein Frühling mitten im Frühling.

Es gibt doch diese Dinge, die man einfach nicht beschreiben kann. Worte können nicht beschreiben, was man erlebt. Bilder vermögen nicht zu zeigen, wie es sich anfühlt, hier in dieser eigenen kleinen Welt mitten im Frühling.

Ein Abend im April an der Aare in Bern, Vorfreude, aber nicht die Art, von der man genau weiss, dass sie enttäuscht wird. Sie wird garantiert erfüllt werden. Das Broadway Variété startet die Tour immer in Bern, dort auf dem Platz beim Gaswerk ist man schon mittendrin in dieser anderen Welt. Der Weisswein zum Apéro prickelt hier besonders schön, Musik wird gespielt, und es gibt unglaublich viel zu sehen. Dann öffnen sich die Türen und man wird an den Platz geführt. Hier sind alle gleichermassen Schauspieler und Kellner, Sänger und Akrobat. Und ich bin ein Teil davon, und alles andere ist plötzlich nicht mehr wichtig. Im Broadway Variete werden die Sorgen einfach nicht eingelassen. Die Vorstellung, die draussen schon begonnen hat, nimmt ihren Lauf, einmal vorne auf der Bühne, einmal hoch oben an der Decke. Dazwischen gibt es ein himmlisches Menu aus 3 Gängen. Und immer wieder an diesem Abend erlebt man diese überraschenden, faszinierenden, atemberaubenden, lustigen Momente. Und dieser Tag ist dann immer der schönste des Jahres.

Gewonnen?

22/2/10

«Herzlichen Glückwunsch, Sie haben bei einem Wettbewerb für einen BMW Z4 mitgemacht und sind nun in der Endrunde». Die aufgeregte Dame am Telefon ruft aus Hamburg an, um mit mir meine Adressdaten durchzugehen.

Zur Verkürzung der Wartezeit bietet ihr Unternehmen (HVS…? -> google findet nichts) eine einmalige Leserfreude an, ich kann ein Abonnement aus den Bereichen Klatsch und Tratsch, Kochen, GEO oder Auto und Sport wählen. Wunderbar, da nehme ich die GEO. «Schön», sagt die aufgeregte Dame (die gleich noch viel aufgeregter werden wird), «dann erhalten Sie die GEO für Fr. 130.40 für ein Jahr nach Hause, ohne Portokosten, und danach können Sie immer noch entscheiden, ob Sie das Abonnement weiter beziehen möchten…. » Das Gespräch geht den Ende zu und zur Sicherheit frage ich, ob diese 130 Stutz denn der Preis sind, den ich für diese «Leserfreude» bezahlen muss, oder ob das Abo ein Geschenk in diesem Wert sei. Und jetzt ist sie richtig aufgeregt, die Dame am Telefon.

Sie habe nie behauptet, dass das Abo gratis sei, sie habe schliesslich zwei mal den Preis genannt. Dies sei lediglich eine Leserfreude, die sie mir machen wolle, denn im Normalfall würde die GEO Fr. 150.– kosten. Ich lehne dankend ab und bin gespannt, ob tatsächlich morgen nochmals jemand anruft, um NOCHMALS meine Adressdaten mit mir durchzugehen.

Ballast abgeworfen.

Im Sinne des Ballast abwerfens habe ich heute meinen noch jungen Facebook-Account (bereits den dritten in meiner Karriere) wieder deaktiviert.

Nach dem halben Jahr Mitgliedschaft habe ich festgestellt, dass Facebook keine Bereicherung für mich ist. Im Gegenteil. Und ich fühle mich schon leichter, nachdem ich diese unnötige Belastung nun wieder aus meinem Rucksack genommen habe.

5 Jahre geschenkt.

Nach meinem Fotoshooting im Kosmetikstudio hat mir das Team wunderbar duftende Kosmetikprodukte mitgegeben. Ganz gross angepriesen wurde das Re-Beauty Fluid gegen die Hautalterung.

Ich freue mich sehr und mache jetzt diese (Re-)Schönheitskur, in einem Monat werden wir sehen, was sie gebracht hat. Ich könnte vorher-nachher Fotos machen, aber die sind ja doch immer gefaked. So wie die Fett-Analyse Fotos der Schlankheitsinstitute übrigens auch. Aber das habt Ihr bestimmt bereits geahnt.

Zugegeben, ich habe eine Verjüngungskur nicht unbedingt nötig. Kürzlich «durfte» ich im Coop für ein Eve sogar den Ausweis zeigen. Da kam mir der Gedanke, mich ab sofort als 25 auszugeben. Die Idee gefiel mir: mein Alter würde wohl niemand hinterfragen und ich hätte 5 Jahre geschenkt. Was würdet Ihr (anders) machen, wenn ihr 5 Jahre zurück könntet?

Aber letzten Endes muss ich doch sagen, es ist gut, so wie es ist.

Pink stinks

Jetzt ist sie da, die rosarote Zeit, Plastikspielzeug für Mädchen, alles in Pink, alles mit Feen und Prinzessinnen… Wie viele Mütter gibt es wohl, die liebend gerne ihre Mädchen in pinke Kleidchen stecken, die selbst auf den Hello Kitty Schrott abfahren und rosarote Stiefel tragen?

Diese Frauen haben diesen Traum vom güldenen Haar, der unendlichen Schönheit, dem märchenhaften Haus und dem erfolgreichen Prinzen an ihrer Seite nie abgelegt. Und nun sollen ihre Kinder die Phantasien ihrer Mütter leben. Eine gewagte Theorie, ich weiss, und bestimmt trifft sie nur auf einen gewissen Teil der jungen Mütter dieser Zeit zu. Ich denke, jedes Mädchen hat einmal diese Pink-Phase. Und ich weiss auch, dass es nahezu unmöglich ist, ein Weihnachtsgeschenk für eine 4jährige zu kaufen, das nicht pink ist. Wie ausgeprägt wäre diese Phase wohl, würde die Werbung nicht soviel Einfluss nehmen?

Deshalb ist jetzt in England eine Kampagne gestartet worden. «Pink stinks» ruft dazu auf, rosarote Kleider und Spielzeuge zu boykottieren. Die Macher der Kampagne sind der Meinung, dass pink einem Mädchen ein gewisses Rollenmodell aufzwingt und, was ich schlimmer finde, dem Mädchen diese Prinzessinnen-Idee einredet.