Ballast abgeworfen.

Im Sinne des Ballast abwerfens habe ich heute meinen noch jungen Facebook-Account (bereits den dritten in meiner Karriere) wieder deaktiviert.

Nach dem halben Jahr Mitgliedschaft habe ich festgestellt, dass Facebook keine Bereicherung für mich ist. Im Gegenteil. Und ich fühle mich schon leichter, nachdem ich diese unnötige Belastung nun wieder aus meinem Rucksack genommen habe.

Wie viel wiegt unser Leben?

Nein, nicht schon wieder eine Filmkritik, die Letzte war ja genau genommen auch keine. Aber mir spukt nun dieser Gedanke durch den Kopf: Wieviel wiegt mein Leben? Und wieviel davon ist unnötiger Ballast?

Auszug aus dem Vortrag «What’s in your Backpack?» von George Clooney als Ryan Bingham in «Up in the air»:
«Stellen Sie sich vor, Sie trügen einen Rucksack auf dem Rücken. Spüren Sie die Trage-Riemen auf ihren Schultern? Und nun packen Sie ihn, mit all den Dingen, die ihr Leben ausmachen, angefangen mit den kleinen Sachen. Na, was so in den Regalen liegt und in Schubladen - Die Souvenirs. Spüren Sie das Gewicht? Es wird schon mehr. Dann kommen die größeren Sachen. Kleidung, Bettwäsche, Ihr Fernseher. Mittlerweile ist der Rucksack schon schwerer. Nehmen wir noch mehr. Das Sofa, das Bett, die Kücheneckbank; stopfen Sie alles da rein. Ihr Auto, das auch. Ihr Zuhause. Egal, ob es sich um eine Einzimmerwohnung handelt oder ein freistehendes Haus. Egal wie groß. Stopfen sie alles da rein. Jetzt versuchen sie zu gehen.»

Doch dies ist lediglich ein Teil des Vortrages. Wenige Sekunden später wird der erträumte Rucksack angezündet und die Frage, die Ryan in den Raum der Zuhörer wirft, ist folgende: «Was würden Sie retten, wenn sie könnten?». Und das Packen geht weiter mit den Menschen, die einem nahe sind.

Ich hüte mich, die Geschichte des Films hier zu verraten. Nur soviel: dass er immer wieder Wendungen nimmt, die man so nicht erwartet, und dass das Ende eigentlich keines ist, ist sehr erfrischend. Und irgendwann im Verlauf der Geschichte wird folgender Satz gesprochen: «Manchmal muss man seinen Rucksack einfach zuerst ganz leeren, um zu wissen, was wirklich hinein gehört.» Und manchmal passt dies dann eben doch nicht hinein.

Eine ganz eigene Phantasiewelt.

Die Geschichte vom Schlaraffenland hat mich als Kind unglaublich fasziniert, nicht dass ich besonders verfressen gewesen wäre oder so. Es war wohl einfach die Idee, inmitten einer erfundenen Welt zu stehen, die mir noch heute gefällt.

Stellt euch vor, Ihr wandelt durch Eure Phantasiewelt - ohne moderne Cybertechnik, versteht sich. Diese Möglichkeit haben im neuen Kinofilm die Besucher des Kabinetts des Dr. Parnassus. Und so magisch wie die Geschichte an sich, präsentiert sich auch der Film. Ich denke, um den Film zu mögen, muss man sich den Bildern hingeben. Wie in der surrealen Kunst stellt man seine eigenen Interpretationen auf und hat am Ende vielleicht für sich selbst einen tieferen Sinn entdeckt, ohne den Mahnfinger des Autors spüren zu müssen.

Ich bin begeistert von der menschlichen Fähigkeit zur Phantasie, wir sollten alle gut darauf aufpassen. Und darum gefällt mir der Film, wenn auch er etwas mehr Jeunet und etwas weniger Hollywood vertragen hätte. Dass Heath Ledger im Laufe der Dreharbeiten gestorben ist und in einzelnen Teilen von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell abgelöst wurde, und weitere Details könnt ihr zb. bei Wikipedia lesen.

Und warum kann ich mich an Johnny Depp einfach nicht satt sehen?

Lächeln bitte!

30/1/10

Früher hatte ich mich nie getraut, das zu tun. Vielleicht, weil ich zu schüchtern war. Oder zu unsicher. Aber heute gings mir gut, sehr gut, und ich habs getan: ich habe einen fremden Menschen angelächelt. Und es ist wundervoll, was zurückkommt. Ich kann euch nur empfehlen: schenkt jemandem ein Lächeln, wenn Ihr mögt.

Das hatten wir doch schon mal.

Dass Trends in der Mode sogar über Jahrhunderte immer wieder zurückkehren, ist uns allen bewusst. Dass dem in der Fotografie auch so ist, finde ich sehr interessant, ist die Fotografie doch verhältnismässig jung (1826 wurde das allererste Foto belichtet).

Mir fallen nämlich immer häufiger Portraits auf, die mit einem leichten Weitwinkel-Objektiv gemacht wurden. Kürzlich habe ich sogar im Fernsehen eine Doku gesehen, wo die Interviews mit einem Weitwinkelobjektiv gefilmt wurden. Die Aufnahmen wirken dabei nicht entstellend, wir sehen aber mehr vom Umfeld der fotografierten Person. Wir alle lernen, Portraits mit einem Tele-Objektiv zu fotografieren, auch weil wir hier eine geringe Tiefenschärfe wollen. So stechen diese weitwinkligen Portraits uns gleich ins Auge.

In den 70er Jahren gab es bereits eine Weitwinkel-Welle, wie unzählige Plattencovers aus dieser Zeit beweisen. Und ich bin gespannt, was sich in der Fotografie noch entwickeln wird. Kaum eine Technologie hat in nicht einmal 200 Jahren so viel Veränderung erlebt.